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Website-Konzeption & Webdesign Print- versus Onlinemedium?31.10.1999 von Christo Börner Stellen Sie sich vor, Sie sind Art Director und müssten eine Werbeanzeige gestalten, die in einer Reihe unterschiedlicher Zeitschriften erscheinen soll. Und zwar als viertel-, halb- und ganzseitige Anzeige. Unmöglich, meinen Sie? Wie gingen Sie an die Aufgabe heran? Die Lösung für solch eine Aufgabe gibt es nicht. Und damit sind wir zunächst bei einer grundlegenden Gemeinsamkeit von Print- und Onlinemedien. Jedes will für sich betrachtet werden, und jede Aufgabenstellung verlangt nach einer neuen Lösung. Und zwar nach einer individuellen, dem jeweiligen Medium angepassten. Wobei die Unterschiede in der Art der Publizierung sowie der Aufnahme durch den Verbraucher berücksichtigt werden müssen. 550 Jahre vorher
Das Bereitstellen von Text im Internet ist eine für Autoren und Journalisten ganz neue Herausforderung. Texte müssen kurz und prägnant dargestellt sein, untergliedert durch aussagefähige Überschriften und durch Hyperlinks Vertiefung anbietend. Dies ist natürlich ein Vorteil: Der Anwender bekommt so eine Zusammenfassung des Wesentlichen angeboten und entscheidet selbst, ob er mehr zum Thema wissen will. Auf der anderen Seite haben Journalisten durch diese Verknüpfungen die Möglichkeit, beim Schreiben neuer Artikel auf Hintergrundinformationen zu verweisen, die sie schon früher zu einem verwandten Thema ins Web gestellt hatten. Statt in jedem neuen Artikel die gleichen Informationen zusammen zu fassen, können sie auf solche in älteren Artikeln verweisen oder einen Link auf komplettes Hintergrundmaterial setzen. Insofern lässt sich sagen, das Internet ist ein Verbindungsmedium: Hyperlinks halten es zusammen und erlauben dem Benutzer, neue und für ihn Gewinn bringende Websites zu entdecken. Der Wechsel zwischen zwei oder mehr Printmedien wird nie so schnell möglich sein wie der zwischen Internetseiten. Kommerzielle Printmedien
Während Webdesigner sich bemühen, den Einsatz von Grafik überhaupt und Bildgrössen wegen der Ladezeiten auf ein Minimum zu reduzieren, ja sogar vor der eigentlichen Abbildung so genannte Thumbnails (das Original in Miniaturgrösse) verwenden, bemüht sich die Printindustrie um noch bessere Papierqualitäten und Drucktechniken bis hin zum 6-Farbdruck und kennt keine Farbeinschränkungen oder Bildschirmauflösungen. Insofern ist das Web in dem, was es zeigen kann, ein sehr limitiertes Medium: Es bräuchte Stunden, eine 4-Farbseite aus einem Hochglanz-Magazin auf den Monitor eines Benutzers zu übertragen. Die Kostenfrage
Insofern ist das Web das kostengünstigste aller Medien. Dies ist aber nur solange gültig, als wir in beiden Medien genau das gleiche anbieten und darstellen. Ob wir jedoch übers Web die angestrebte Zielgruppe bei gleichem Inhalt in gleicher Weise erreichen, ist eine andere Frage. Medienspezifische Inhalte
Das hat sich grundsätzlich geändert. Während Unternehmen auch heute noch Printmedien aller Art erfolgreich einsetzen, um über Produkte oder sich selbst zu informieren, müssen solche Informationen fürs Web ganz anders aufbereitet werden. Ins Haus gelieferte Broschüren bieten dem Verbraucher den Vorteil, diese zu einem ihm passenden Zeitpunkt in aller Ruhe anzuschauen, sie zu lesen, sich zu informieren. Im Internet jedoch hat er keine Zeit für eine ziellose Suche. (Und noch sind die wenigsten so weit, während des Frühstücks surfen zu können.) Weswegen sich die oben vorläufig aufgestellte Behauptung, das Web sei das kostengünstigste aller Medien, so nicht aufrechterhalten lässt. Ausser der Möglichkeit, sich und seine Produkte zu darzustellen, hat das Web einen nicht zu verkennenden Stellenwert als Medium zur Informationsrecherche bekommen. Unternehmen sehen sich erstmals in die Lage versetzt, Dienstleistungen öffentlich zu präsentieren. Sie müssen diese sogar offen legen, wenn sie vom Verbraucher ernst genommen und nicht übergangen werden wollen. Durch die hinzugekommene Interaktivität, dem direkten Dialog mit einem potentiellen Käufer also, entstehen neue Aufgaben und damit allerdings auch neue Kosten. Emails, die in Sekundenschnelle auf dem Monitor eines Sachbearbeiters erscheinen, wollen ebenso schnell beantwortet werden. Ständige Aktualisierungen sind notwendig, ergeben aber auch die Möglichkeit einer sofortigen Reaktion auf Veränderungen des Angebots oder der Kundenwünsche. Bei einer effektiven Anwendung des Mediums Internet, der Bereitstellung von Information und Dienstleistung etc., können jedoch andere Bereiche des Unternehmens wie z. B. telefonischer Kundenservice deutlich entlastet werden. Insofern ist das Web das Medium, das vom Betreiber einer Website den grössten Einsatz verlangt. Wer sich entsprechend engagiert, wird den grössten Nutzen herausholen. Und zwar auf Gegenseitigkeit. Technik und Layout
Eine Zeitschrift können Sie auf- und wieder zuschlagen. Sie sehen, was gedruckt ist. Für den Monitor müssen wir anders gestalten. Und zwar so, dass zumindest der waagerechte Verschiebebalken nie benutzt werden muss. Für das senkrechte Verschieben gibt es manchmal keine Alternative. Doch auch hier sollte das essentielle jeder neu geladenen Seite im sichtbaren Bereich stehen. Unvorstellbar ist die Weisung eines Art Directors, die Titelseite einer Illustrierten möglichst abgespeckt zu präsentieren, während es für die Startseite einer Website gilt, sie möglichst klein zu halten und grosse Grafiken zu vermeiden, damit sie in kürzester Zeit auf dem Monitor erscheint (unter 15 Sekunden ist gut, unter 10 sogar optimal). Ebenso unvorstellbar ist dem Typografen, nur 4 oder 5 verschiedene Schriftarten zu verwenden, weil der Leser etwa nur diese kenne. Im Web ist dies das A und O, wenn wir wollen, dass unsere Botschaft auf allen möglichen Plattformen erkannt werden soll. Ebenso wie Sie sich an das Layout Ihrer Tageszeitung gewöhnt haben, haben sich Internetuser an ein Interface gewöhnt, das ihnen das schnelle Finden gewünschter Informationen erlaubt, indem sich die entsprechenden Buttons an geläufiger Stelle befinden. Webanwender verbringen die meiste Zeit auf anderen Sites, d. h., alles, was auf anderen Sites funktioniert, brennt sich in das Bewusstsein ein. Den existierenden Webdesignstandards zu folgen sichert, dass der Anwender sofort weiss, wovon Sie reden. Denjenigen Webdesignern, die browserspezifische Features (wie z. B. die Statuszeile) verändern oder ihre Buttons an eine x-beliebige Stelle setzen, sollte einmal ein Auto gegeben werden, bei dem die Funktion der Schaltung und der Pedale beliebig verändert wurde. Alle Medien sind nicht gleich
Präsentation im Web ist noch dazu eine einzigartige Mischung aus Grafik- und Textdesign, Gestaltung von Benutzeroberflächen (User Interface Design), Technik und Publizieren, die den unmittelbaren und individuellen Dialog zwischen Anwendern wie Anbietern, gesteuert durch den Anwender, ermöglicht. (boe) Unser Angebot an Sie Weiterführende kostenlose Beratung für Ihre konkreten Aufgaben und Probleme bekommen Sie, wenn Sie eine detaillierte Situationsbeschreibung auf unserer Wissensaustausch-Plattform (auf Wunsch anonym) platzieren. Wir kümmern uns dann um für Sie nützliche Antworten, die wiederum dort veröffentlicht werden, damit auch andere Leser einen Nutzen daraus ziehen können. Möchten Sie künftig über solche und ähnliche Beiträge durch unseren monatlichen Newsletter informiert werden? Dann abonnieren Sie hier den informativen, kostenlosen monatlichen Newsletter für Internet-Manager. Sieben weitere aktuelle Berichte & Kommentare 17.06.2002: Klärung der Begrifflichkeiten und Abgrenzung von MAM gegenüber CM, DM und KM Systemen 02.06.2002: Media Asset Management: Wirtschaftliche Aspekte und Zielgruppen 01.06.2002: Strategische Marketinginfrastruktur als Voraussetzung für Multichannel-Marketing und Crossmedia Publishing 26.05.2002: Herausforderungen für ein Marketing in einer multimedialen und vernetzten Welt 18.03.2002: Das menschliche Mass in der Wissensgesellschaft und im Wissensmanagement 06.02.2002: Aufarbeitung des Firmengedächtnisses am Beispiel der Archive von Banken 03.12.2001: Content erfolgreich kostenpflichtig machen | |