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Content-Management

Document Components als Brücke zwischen Dokumenten- und Webcontent-Management


21.11.2000

Wenn man das Thema Webcontent wirklich ernst nimmt, kommt man um das Problem der Verknüpfung zwischen klassisch erstellten Dokumenten wie mit MS Word und deren Zugriff bzw. Darstellung im Web nicht herum. Dabei stösst man auf den zentralen Unterschied: Klassische Dokumentenverarbeitung ist eindeutig auf PRINT ausgerichtet, also auf seitenorientierte Strukturierung und exaktes Layout; Webcontent hingegen ist für HTML (Hypertext) bestimmt, insofern man nicht auf Print-Formate wie PDF ausweicht.

Zu den unterschiedlichen Anforderungen und Gesetzmässigkeiten von Print- und Online-Medium haben wir schon ausführlich berichtet in unserem Artikel 'Print- versus Onlinemedium?'

Hinzu kommt das Problem des Workflows von Updateprozessen: Ändert man ein Word-Dokument, sind die selben Inhalte im Web noch lange nicht aktualisiert.
Auch die Wiederverwendbarkeit von Dokumentenabschnitten, einzelnen Excel-Grafiken usw. ist ein grosses Bedürfnis. Schliesslich möchte man einen Baustein nicht in allen Dokumenten oder Webseiten manuell korrigieren oder updaten, wo er vorkommt.
Die meisten Web Content Management Systeme werden diesen Anforderungen nicht gerecht, denn sie konzentrieren sich auf den Web-Content, nicht jedoch das Dokumentenmanagement oder gar beides gemeinsam.


Wie kann man nun Dokumentenmanagement (DM) und Web-Content-Management (WCM) miteinander verknüpfen?
Die verlangte Verknüpfung lässt sich nur mit einer Aufteilung und Strukturierung von Dokumenten in einzelne Komponenten sinnvoll erreichen. Dabei spielt es für diese Grundüberlegung noch keine Rolle, ob das nun XML, SGML oder ähnliches sein muss.
Diese Komponenten werden verschiedenerorts document components genannt.

Document Components bezeichnen einzelne Bestandteile eines Dokuments wie einzelne Textabschnitte, Grafiken, Tabellen. Bestehende Dokumentenbestandteile können für verschiedene Dokumente und verschiedene Ausgabeformate eingesetzt werden. Benutzer können dann diese Komponenten einzeln verwalten und bearbeiten.
Das bietet drei entscheidende Vorteile:

  1. Vereinfachung des Updateprozesses durch Vermeidung redundanter Informationsspeicherung (Änderungen müssen nur einmal gemacht werden)
  2. Universelle Wiederverwendbarkeit in zahlreichen Dokumenten
  3. Komponenten können neu zusammengesetzt und für unterschiedlichste Ausgabemedien verwendet werden, da sie medienneutral gepeichert werden.

Auch wenn Word eine 'Save as HTML'-Funktion hat und sich als 'web-integriert' gibt: So richtig funktioniert es nicht und den von Word generierten HTML-Code kann man nüchtern betrachtet als sehr unsauber und unbrauchbar bezeichnen. Zudem sind Layout und Strukturierung von PRINT und HTML grundsätzlich unvereinbar. Im Print-Bereich kann eine A4-Seite sehr exakt und ohne Rücksicht auf irgendwelche Übertragungszeiten von Grafiken gestaltet werden usw. - HTML-Layout hingegen ist nicht exakt gestaltbar, weil jeder Browser die Auszeichnungssymbole anders interpretiert. Zudem ist Print auf Seiten mit definierter Grösse und HTML auf flexiblen Hypertext ausgerichtet. Für Print erstellte Dokumente sollte man nicht 1:1 aufs Web abbilden - oft ist es sinnvoller, Print-Dokumente fürs Web in kleinere Einheiten aufzuteilen, lediglich zentrale Komponenten daraus im HTML-Format darzustellen und für den gesamten Text zusätzlich aufs PDF zu linken oder auf zusätzlich verlinkten HTML-Seiten für vertiefende Informationen anzubieten.

Da diese Problematik erst bei grösseren Dokumentenbeständen und Websites (Inter- oder Intranet) mit viel Inhalt relevat wird, beschreiben wir jetzt keine schnelle selbstgestrickte Lösung für den Hausgebrauch, sondern professionelle Systeme für integriertes Dokumenten- und Webcontent-Management. (Aufgabenstellung sei hier ja nicht 'Wie kopiere ich rasch mit aller Gewalt eine Word-Datei oder ein Excelsheet irgendwie in eine HTML-Seite?', sondern 'Wie lässt sich Dokumentenmanagement mit Webcontentmanagement sinnvoll verknüpfen?'.)

Wir können ihnen hier drei kommerzielle Produkt-Kombinationen nennen, die diese Strukturierung und Komponenten-Zerlegung von Dokumenten beherrschen und sie für Print und Web verwendbar machen:

  1. Chrystal Astoria & Chrystal Eclipse  
  2. Adobe Framemaker & Hyperwave Information Server (von Siemens kombiniert zu Hyperframe)  
  3. Schematext

Lösungsansatz 1: Chrystal Astoria & Chrystal Eclipse
Mit dem Produkt Astoria bietet die Firma Chrystal ein Dokumentenmanagement-System, das auf Komponenten-Ebene arbeitet und Dokumente gemäss SGML/XML verwaltet.
Dadurch sind die Anforderungen erfüllbar an die Verknüpfung von Dokumenten- und Webcontentmanagement: Document Components sind beliebig verwendbar für zahlreiche Ausgabeformate und auch fürs Web.
Zudem bietet Chrystal mit Eclipse ein Web Content Management System an, das nahtlos mit Astoria zu einem kombinierten Dokumenten/Webcontent-Management-System verschmelzen kann.
Sehr gut ist, das man dabei weiterhin mit Word und anderen gewohnten Werkzeugen arbeiten kann.
Für weitere Information: http://www.chrystal.com/start.htm

Lösungsansatz 2: Adobe Framemaker & Hyperwave Information Server (von Siemens kombiniert zu Hyperframe)
Hyperframe geht noch weiter: Diese Kombination aus Adobe Framemaker und dem Hyperwave Information Server verknüpft nicht nur Dokumenten- und Webcontentmanagement, sondern integriert auch noch Funktionen aus dem Bereich Knowledge Management.
Hyperframe eignet sich besonders für sehr grosse Dokumente (mehrere Tausend Seiten), die in Teamarbeit entstehen und auch andere Dateiformate (Bilder etc.) referenzieren.
Hyperframe erlaubt so auch die Erweiterung und Aktualisierung des Dokumentenbestandes durch diverse Spezialisten an unterschiedlichen Standorten - das ist besonders für die Produktion und Pflege von Handbüchern interessant.
Da diese Produktkombination eine recht komplexe Architektur besitzt, verweisen wir Sie direkt auf die Webseiten für Framemaker, Hyperwave und Hyperframe:

http://www.adobe.de/products/framemaker/main.html
http://www.hyperwave.com/d/products/his.html
http://www.hyperwave.com/d/products/components.html


Lösungsansatz 3: Schematext
Schematext wird vom Hersteller als Redaktions- und Autorensystem bezeichnet, das universell einsetzbar für die Erstellung von großen Mengen von Text geeignet sei. Unterschiedliche Publikationsformen seien aus einer gemeinsamen Quelle generierbar.
SchemaText verwaltet Dokumente, Versionen, Varianten, Komponenten und mehrsprachige Inhalte. Erfasste Dokumente können in neuen Kontexten verwendet und auf anderen Medien publiziert werden.
Als Editoren lässt Schematext Framemaker+SGML und MS Word zu. Bei der Verwendung von MS Word kann nach Firmenangaben folgendes in Schematext konvertiert werden:

  • Zeichen-, Absatzformaten und Sonderzeichen 
  • beliebig komplexe Tabellen  
  • Bilderreferenzen und eingebettete Bildobjekte  
  • Auswertung von Formularfunktionen  
  • Fußnoten und Querverweise  
  • Inhaltsverzeichnisse und Indexeinträge  
  • Dokument-Eigenschaften und -variablen

Für weitere Information: http://www.schema.de


Links zum Thema Document Components


Produkte


Wir hoffen, damit brauchbare Anregungen zum Problem der Verknüfpung von Dokumentenmanagement und Webcontentmanagement gegeben zu haben. Wir bleiben am Ball und verfolgen dieses Thema intensiv weiter.
Haben Sie eigene Lösungen oder Erfahrungen mit dieser Thematik, bitten wir um Mitteilung, damit andere Leser davon auch profitieren können.
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Thomas Eppler






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