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E-Commerce

B2B: Partnerschaftlicher Umgang mit der Konkurrenz


18.03.2000

Nicht viele Unternehmen zeichnen sich unbedingt dadurch aus, dass sie sich gut mit ihren Konkurrenten vertragen. Seine Feinde zu Freunden machen - eine alte Weisheit, die sich in der aufkommenden Welt des Business-to-Business (B2B) im Internet jedes Unternehmen aneignen muss.

Ford Motor, General Motors (GM) und Daimler-Chrysler kündigten Ende Februar an, dass Sie in der Autoteile-Beschaffung kooperieren werden. Diese B2B-Kreation signalisiert, dass es an der Zeit ist, sich mit der Konkurrenz gut zu stellen. Die nächste Welle des I-Commerce - der B2B-Handel - ist da, und die Zukunft eines Unternehmens wird künftig auch davon abhängen, wie gut es mit seinen Rivalen auskommt.

E-Märkte oder elektronischer Handel sind virtuelle Marktplätze, in denen Anbieter und Käufer unter einem Dach untergebracht sind. Mit Mechanismen wie automatisches Bestellen, Datenbankabfragen oder Auktionen können Handelspartner an und von allen möglichen Teilnehmern kaufen und verkaufen. Man stelle sich das wie einen elektronischen Basar von Käufern und Händlern vor - nur ohne die Hitze und den Lärm.

Nach Berechnungen der Gartner Group wird der Markt für elektronisches B2B bis zum Jahr 2004 auf 2,7 Billionen US-Dollar wachsen - ganze 7 Prozent der gesamten B2B-Transaktionen weltweit. Andere Analysten haben andere Zahlen, aber sie sind sich alle darin einig, dass B2B gewaltig zunehmen wird.

B2B funktioniert sicherlich nicht in einem fragmentierten Markt. Wenn Sie Schrauben an die drei grossen Autohersteller verkaufen, wollen oder können Sie nicht unbedingt auch gleichzeitig drei separate Handelsbeziehungen aufbauen. Anbieter und kleinere Firmen brauchen einen einzigen Kontakt - vorzugsweise einen mit potenziellen Kunden. Ford, GM und Daimler-Chrysler kaufen gemeinsam eine enorme Menge an Autoteilen und geben damit dem Aufbau dieser Form von eCommerce einen natürlichen Antrieb.

Der Deal umfasst jährlich etwa 240 Milliarden US-Dollar Umsatz in der Autoteile-Zuliefererbranche. Das festgelegte Ziel dieser drei Autogiganten ist nichts weniger als alle ihre Einkäufe über diesen Handel zu dirigieren, der ungefähr 60.000 Teilelieferanten und Partner umfassen wird. Dieses B2B birgt natürlich auch Potenzial für bedeutende Kosteneinsparungen.

Das wirklich Neue an diesem Geschäft ist die Unternehmenssstrategie, nicht die Technologie. Ford, GM und Daimler-Chrysler konkurrieren zwar in einem gemeinsamen Markt. Aber es ist zu ihrem gegenseitigen Vorteil, sich in einem starken B2B zu vereinigen. Und haben damit dem Rest der (unternehmerischen) Welt erst einmal gezeigt, wie wichtig der partnerschaftliche Umgang miteinander ist.

(boe)





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