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E-Commerce Alte Regeln für neue Marktformen24.04.2000 Man sollte meinen, dass jeder gute Unternehmer, der es schafft, einen erfolgreichen Web-Startup zu etablieren, auch das verstünde: Dass leichte Schläge auf die Hinterköpfe seiner Mitarbeiter oder Partner nicht unbedingt zum guten Ton gehören. Doch die Verstösse gegen Vertrauen, Respekt und Etikette in Kooperationen jeglicher Art werden immer mehr zur Regel als zur Ausnahme unter den Newcomern in diesem Geschäft. Dieser Beitrag handelt nicht von Etikette, jedoch von einer weitaus wichtigeren Erkenntnis: Dass die Regeln auf Führungsebene - oder das Fehler derselben - viele der versprechendsten Startups zu Fall bringen können. Es ist verlockend zu denken, dass eine neue Technologie mit dem gesellschaftlichen Drang ihrer Kapitalisierung auch eine neue Form des geschäftlichen Umgangs miteinander notwendig machte. Verlockend, aber äusserst ungesund. In einer Zeit, da leichtes Geld und schnelles Wachstum eine Grosszahl von Sünden unter Web-Startups begründen, regeln die alten Regeln auch die neue Ökonomie. Natürlich gibt es neue Business-Regeln wie z.B. erhöhte Rücklaufquoten oder die Dekonstruktion (und Rekonstruktion) des Zwischenhandels. Doch die meisten Startups stellen sich selbst ein Bein, indem sie bei existentiellen Grundlagen wie der richtigen Finanzierung ihres Businessmodells, Einstellungen und Mitarbeiterführung, dem Lernen des Lernens und Anpassens versagen. Deswegen an dieser Stelle einmal einige dauerhafte Prinzipien, die den Kern des Erfolgs für jedes Unternehmen darstellen: Profit ist wichtig Das gesamte neue Denken dreht sich ganz um Verlust. Und in dieser Beziehung ähnelt es vollkommen dem alten Denken. Die Tiefschläge, die unprofitable Net-Aktien in den letzten Monaten einstecken mussten, sind ein Zeichen dafür, dass positiver Cash-Flow nicht umsonst Gewicht hat. Zwar finanziert eine Schwemme von Risikokapital heute Technologien und Märkte, kümmert sich aber wenig um individuelle und robuste Unternehmen. Die meisten geldfressenden Web-Startups stützen sich krampfhaft auf zweifelhafte Zahlen als Mass für ihren zukünftigen Erfolg. Klappern gehört zum Handwerk, wie man sagt. Doch daraus ein Modell zu machen, dass die gewonnene Aufmerksamkeit zu Risikokapital, zu schnellem Börsengang und Unternehmensreichtum führt, funktioniert langfristig nicht. Nur die Unternehmen werden überleben, die verstehen, wie ausreichende Liquidität zur Stabilisierung ihres Wachstums erzeugt wird. Menschen sind wichtig Wenn brilliante Businesspläne erfolgreiche Unternehmen garantierten, dann würden Analysten sofort Kapital daraus schlagen. Aber zwischen einer Idee und einem Börsengang liegt die Durchführung, die über Gedeih oder Verderb der Idee und damit des Unternehmens entscheidet. Weil aber mehr Geld in die Anfangsphase fliesst, ist es klar, dass der Zugriff auf raffinierte Partner und intelligente Mitarbeiter heute bedeutender als jemals zuvor ist. Kompetenz in Menschenführung übersetzt sich in einfache Operationsprinzipien. Kollegen oder Partner, die eine korporative Lehrzeit durchgemacht haben oder sogar schon durch ein oder zwei Startups gegangen sind, verstehen den entscheidenden Unterschied zwischen Mitarbeitern und Freunden und respektieren diese Grenzen. Mit anderen Worten, sie erwarten nicht, dass ihre Mitarbeiter über den eingangs erwähnten Klapps lachen, noch erwarten sie von Freunden, dass sie Tag und Nacht durcharbeiten, ohne eine klare Vorstellung davon, was für sie dabei herausspringt. Charakter zählt Der Charakter eines Unternehmens ist wichtig. Nicht die Marke oder Identität, sondern die fundamentalen Werte eines Unternehmens. Bei all dem Aufwand für das Publizieren einer Website vergessen zu viele Firmen darüber nachzudenken, wer sie sind. Was sind ihre Stärken und Schwächen? Wie gut sind sie ausgerüstet, um die gemachten Versprechungen einzulösen? Trotz oder gerade wegen der allgegenwärtigen Technologie konkurrieren Firmen nurmehr darin, was Technologie nicht erreichen kann - oder anderes gesagt, sie unterscheiden sich von ihrer Konkurrenz durch einen besseren Kundenservice, der wiederum darauf basiert, wie gut ein Unternehmen versteht, wer und was es ist. Das Ziel ist wichtig Was ist die Aufgabe Ihres Unternehmens? Wenn Sie wirklich denken, dass es die Welt verändern wird, dann ist das grossartig. Wenn Sie einfach zum Geldverdienen in einem temporären Marktsegment entschlossen sind, das ihnen vielleicht einen schnellen Börsengang ermöglicht, stellen Sie sich schon einmal auf Andy Warhols '15 Minuten des Ruhms' ein: Wenn die Blase platzt, hat jeder sich an seinen 15 Minuten des Reichseins erfreut. Und was bleibt, sind die Unternehmen, die ein klares Ziel haben, und die es gebrauchen, um die kompliziertesten Themen zu vereinfachen. Siehe: Amazon. Mehr als man sich vorstellt, bleibt es im Web beim Gleichen. Doch durch das schnelle Auf und Ab vieler Unternehmen erscheint es, als bewegten sie sich in der Quantentheorie, wo sie in Wahrheit jedoch eher aufgedrehte Newtonianer sind. Aber auch bei dieser neuen Geschwindigkeit müssen Unternehmen fundamental immer noch kerngesund sein. Gerade im Aufbau grosser Unternehmen ist die Fähigkeit ihrer Gründer, schnelle und vollständige Anpassung an die vorhandenen Gegebenheiten zu integrieren, die Krönung. Bis die Gründer lernen, im Business-Prozess so erfahren zu werden, wie sie es mit ihrem Produkt selbst bereits sind, werden sie andauernden Erfolg als unerreichbar empfinden. (boe) Unser Angebot an Sie Weiterführende kostenlose Beratung für Ihre konkreten Aufgaben und Probleme bekommen Sie, wenn Sie eine detaillierte Situationsbeschreibung auf unserer Wissensaustausch-Plattform (auf Wunsch anonym) platzieren. Wir kümmern uns dann um für Sie nützliche Antworten, die wiederum dort veröffentlicht werden, damit auch andere Leser einen Nutzen daraus ziehen können. Möchten Sie künftig über solche und ähnliche Beiträge durch unseren monatlichen Newsletter informiert werden? Dann abonnieren Sie hier den informativen, kostenlosen monatlichen Newsletter für Internet-Manager. Sieben weitere aktuelle Berichte & Kommentare 17.06.2002: Klärung der Begrifflichkeiten und Abgrenzung von MAM gegenüber CM, DM und KM Systemen 02.06.2002: Media Asset Management: Wirtschaftliche Aspekte und Zielgruppen 01.06.2002: Strategische Marketinginfrastruktur als Voraussetzung für Multichannel-Marketing und Crossmedia Publishing 26.05.2002: Herausforderungen für ein Marketing in einer multimedialen und vernetzten Welt 18.03.2002: Das menschliche Mass in der Wissensgesellschaft und im Wissensmanagement 06.02.2002: Aufarbeitung des Firmengedächtnisses am Beispiel der Archive von Banken 03.12.2001: Content erfolgreich kostenpflichtig machen | |