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Wissens-Management

Knowledge Sharing - wie kann man es fördern?


07.05.2000

In diesem Artikel analysieren wir das Problem und die Aufgabe des Wissensaustauschs in Unternehmen, zeigen ein Beispiel für gelungenen Wissensaustausch und geben 5 konkrete Tipps für Manager zur Motivation von Mitarbeitern, um Wissen, Know-how und Prozesse zu dokumentieren.


Kommunikation und Wissensaustausch sind in jeder grösseren Firma ab einer gewissen Mitarbeiterzahl zwei der Hauptprobleme.

Mit dem Weggang eines guten Mitarbeiters ist meist auch das Wissen weg, das vorher mit dem Mitarbeiter ein Teil des Kapitals der Firma war.
Und neben dem Dokumentieren ist auch das Kommunizieren solchen Wissens an andere Mitarbeiter erwünscht, damit jeder vom anderen lernen und somit innovativer und kreativer gearbeitet werden kann.

Doch niemand macht es!
Warum denn auch?
Warum soll ich mein Wissen weitergeben, wenn es sonst niemand macht? Warum soll ich meine Arbeit transparent und nachvollziehbar machen, wenn sonst nur jeder an sich selbst denkt und mir dann viel besser Fehler nachweisen kann? Warum soll ich Dokumentieren und Kommunizieren, wenn meine Leistungen letztendlich doch nur nach den Ergebnissen meiner Projekte beurteilt wird? Da arbeite ich doch lieber intensiv an meinen Aufgaben weiter, anstatt Zeit damit zu verbringen, übergreifend für die Firma mitzudenken. Das soll doch das Management machen. Ich werde dafür nicht bezahlt.

So denken sehr viele - wenn auchgleich sie es natürlich so niemals formulieren würden. In Besprechungen befürwortet man natürlich eine offene Kommunikation. Klar, man will möglichst viel von anderen wissen.

In einer Newsgroup las ich dazu mal einen Eintrag, der die heutige Verzweiflung des Managements widerspiegelt:



Hallo,
ich beschäftige mich zur Zeit mit dem Thema 'Wissensmanagement'.
Ich weiss, dass ich nicht der einzige bin, doch ich habe ein kleine Recherche-Problem: Ich suche Mittel und Wege wie man einen Mitarbeiter dazu bewegen kann, bei einer Einführung eines Knowledge-Management-Systems sein Wissen preiszugeben. Er soll eben nicht sagen: 'Wenn ich mein Wissen preisgebe, dann habe ich an Wichtigkeit verloren' oder 'dafür habe ich keine Zeit'.

Kennt jemand hier in dieser Newsgroup (vielleicht aus eigener Erfahrung) Wege wie man diese Blockade angehen kann?




Da will doch niemand sein Wissen preisgeben. Und obiger Autor findet auch keine Mittel und Wege, die Leute dazu zu bewegen, in das funkelnagelneue tolle Knowledgemanagement-System nun ihr Wissen reinzuhacken.


Wissen austauschen und dokumentieren - gibt's das denn?
Ja! Ich erinnere mich gut an die Zeiten um 1984 und aufwärts, als die zahlreichen elektronischen Mailboxen entstanden. Freaks schlossen ihre Atari- oder C64-Rechner per Akustikkoppler (Vorgänger der Modems) ans Telefonnetz und boten Informationen, Downloads und einfache Nachrichtensysteme an. Fand man Leute mit ähnlichen Interessen, dann ergaben sich endlose Diskussionen. Man tauschte sich aus. Man gab Wissen weiter. Niemand hatte Angst, den eigenen Wert zu verlieren oder keine Anerkennung zu bekommen. Niemand schob Zeitmangel vor. Es machte Spass, man lernte Leute kennen, erfuhr neues, und nutzte dieses Medium voll aus.

Heute gibt es das auch. Die schlechte Nachricht vorweg: Nicht unbedingt in allen Firmen. Die gute: Aber thematischer Austausch findet im Internet statt. Die meisten wissen das nur nicht, weil sie glauben, das Internet bestünde nur aus dem World Wide Web. Von Usenet-Newsgroups, IRC und anderen Diensten haben die meisten noch nie gehört.

Machen Sie den Test!
Wenn Sie mal wieder was im Internet suchen, dann gehen Sie mal nicht auf Altavista, Yahoo oder sonstige Suchmaschinen, sondern Sie gehen direkt ins Usenet. Wo das ist?
Anstatt dass Sie jetzt ihren Newsgroup-Client einstellen, benutzen Sie einfach den webbasierten Zugriff unter http://www.deja.com/usenet/ und suchen Sie nach dem Sie interessierenden Thema. Gehen Sie aber bitte noch weiter, tragen Sie sich als Benutzer ein und setzen Sie gleichzeitig ihre Frage in verschiedenen Newsgroups ab. Schauen Sie jeden Tag für mögliche Antworten rein. Sie werden sich über den Erfolg wundern, wenn Sie vorher nur das Web kannten.

Das ist echtes lebendiges Knowledge Sharing und damit Teil von Knowledge Management, so wie es Firmen bisher kaum erreicht haben.
Sicher, das Thema Knowledge Management ist mit solchen Diskussionsgruppen nicht ausgeschöpft, aber ich wollte hier die für erfolgreiches KM nötige Grundeinstellung aufzeigen und ich wollte zeigen, dass es geht, was Sie wollen.


Was kann man als Firmenchef oder Manager denn nun machen, damit es in der Firma auch klappt?

Ganz einfach:

1. Selbst vormachen! - Wissensmanagement muss vom Management vorgelebt werden. Ist dieser Punkt in Ihrer Firma nicht erfüllt, dann wirken auch die anderen hier genannten Massnahmen nicht glaubwürdig und werden keine Wirkung zeigen.

2. Organisationsenticklung und Unternehmenskultur: Die gesamte Unternehmenskultur muss langfristig und beständig durch und durch auf Kreativitaet und Innovation ausgelegt werden - nur dann ist es fuer Mitarbeiter glaubwürdig, dass Wissensweitergabe einen echten Wert hat. Fast immer funken hier aber Machtspielchen dazwischen, die KM im Keim ersticken.

3. Reagieren und Anerkennen: Wenn jemand Wissen weitergibt und Mitteilungen macht, auf die keiner reagiert, dann war es meist das letzte Mal, dass jemand etwas weitergegeben hat. Wissensweitergabe ist auch eine Frage des Selbstwertgefühls, der Anerkennung, des Spasses an der Sache und vor allem des gleichen Interesses zwischen mehreren Menschen.

4. Zeit geben: Räumen Sie Zeit für die Dokumentation frei und machen Sie das Dokumentieren von Wissen, Know-how und Prozessen zum Teil der Arbeitsaufgaben selbst. Niemand will das Dokumentieren und Kommunizieren in unbezahlten Überstunden machen.

5. Beziehung zu Mitarbeitern pflegen: Laden Sie Ihre Mitarbeiter öfter mal zum Essen oder auf ein Bier ein, um mit Ihnen in einer anderen Atmosphäre reden zu können. Genauso wie Kommunikation auf mehreren Ebenen abläuft, so funktioniert Teamarbeit ebenso nicht nur auf der Sachebene. Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter als Menschen ernst. Wenn Sie nur noch über Emails oder in Workshops kommunizieren, dann ist die für Wissensaustausch und -weitergabe (Knowledge-Sharing) nötige Atmosphäre nicht vorhanden.

Das ist alles.
Aber es hapert fast immer an Punkt 1 und 2.


Möchten Sie den Lesern eigene Tipps geben??
Gehört Ihre Firma zu denen, bei denen Knowledge Sharing tatsächlich klappt?
Möchten Sie uns irgendetwas hierzu mitteilen?

Ihr Feedback wird geschätzt!


(the)







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